„Was passiert an der Lingerstiege?“ Diese Frage hat man in den letzten Monaten oft gehört. Entsetzen in den Augen, wenn dann von einer Bebauung mit einem mehrgeschossigen Wohnblock berichtet wurde. Wie soll sich so ein Klotz in die Umgebung einfügen? Wo sollen an der ohnehin schon engen Straße Fahrzeuge abgestellt werden? Der Bentheimer Stadtrat hat dem Vorhaben inzwischen eine Absage erteilt. Laut unserem Bürgermeister Dr. Pannen ist das letzte Wort hier aber noch nicht gesprochen.
Es steht außer Frage, dass Wohnraum benötigt wird. Familien suchen händeringend nach bezahlbaren Immobilien, egal ob zur Miete oder im Eigentum. Gleichzeitig lebt eine wachsende Zahl von Menschen in Wohnungen, die ihnen zwischenzeitlich längst zu groß geworden sind, weil die Kinder „aus dem Haus“ sind und / oder die Partnerin / der Partner verstorben ist. Viele dieser Menschen wollen freiwillig Platz schaffen, indem sie in eine kleinere Wohnung umziehen – am liebsten in der Nähe ihrer alten Nachbarschaft. Das funktioniert aber nur, wenn genug Angebot vorhanden ist.
Die Bebauung freier Flächen innerhalb des Stadtgebietes ist daher grundsätzlich der richtige Weg. Um zusätzlichen Wohnungsbedarf innerhalb des bebauten Bereichs zu realisieren, setzen wir uns für ein umfassendes Baulücken- und Leerstandskataster ein, in dem Baulücken, Brachen, fehlgenutzte Flächen und Flächen, deren bisherige Nutzung in naher Zukunft voraussichtlich aufgegeben wird, erfasst werden.
Die neue Bebauung dieser Flächen muss mit Augenmaß erfolgen. Insbesondere innenstadtnah ist darauf zu achten, dass sich Neubauten in die bestehende Bebauung einfügen. Der Charakter unserer Stadt darf nicht zugunsten von überdimensionierter Bebauung verloren gehen. Im besten Fall wird durch zukünftige Bebauung das Stadtbild bereichert und nicht negativ verändert.

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